Familienwandstelle im Abteil L

Foto: Brigitte Kunze, 2024
Die Grabstätte der Familie Carl Hermann Tröger grenzt an das Familiengrab der Familie Friedrich Wilhelm Tröger. Friedrich Wilhelm und Carl Hermann waren Brüder. Als vierter Sohn des Bäckermeisters Carl Gottlob Tröger wurde er am 18. Juni 1832 in Plauen geboren.
Eingetragen ist er im Plauener Bürgerbuch als „Schlosser“. Das Bürgerrecht bekam er am 2. März 1860 zugesprochen. Noch im gleichen Jahr am 22. November 1860 heiratete er Auguste Marie Kettner, die dritte Tochter des in Plauen bekannten Zimmermeisters Friedrich August Kettner. Die Kinder: Karl Hermann, die Zwillinge Carl Julius (*1862) und Julie Marie, Carl Oskar, Carl Reinhard und Johanna Klara wurden geboren.
Das Plauener Adressbuch von 1863 lässt erkennen, dass Carl Hermann im elterlichen Haus am Klostermarkt bereits eine Schlosserei führte. Sein Vater betrieb dort auch seine Bäckerei. Einige Jahre später existiert im gleichen Gebäude eine Geldschrank- und Maschinenfabrik. Im Buch "Plauen 900" wird der Werdegang der inzwischen expandierenden Firma sehr gut geschildert. Man war auf eine Verlagerung angewiesen und es entstand in der Äußeren Neundorfer Straße 60 ein Fabrikgebäude. 1871/72 erbaute Maurermeister Carl Gottlob Rädel auf dem Nachbargrundstück das Kontor- und Wohngebäude. Die Firma Hermann Tröger fertigte seit 1874 Dampfmaschinen. 1881 wurde eine Gießerei in Betrieb genommen. Eine bereits 1882 durchgeführte Vergrößerung dieser Gießerei trug wesentlich dazu bei, dass das Produktionssortiment erweitert werden konnte. So lieferte die Firma Ausrüstungen für Brauereien, Färbereien, Bleichereien, Appreturanstalten und Dampfziegeleien mit Ringofenteilen.

Inserat im Adressbuch Plauen 1881
Am 16. Mai 1891 verstarb Carl Hermann Tröger plötzlich und unerwartet im Alter von 58 Jahren während eines Kuraufenthaltes in Bad Nauheim. Er hinterließ drei Söhne und zwei Töchter.
Seine Witwe Frau Marie Tröger veröffentlichte im Vogtländischen Anzeiger und Tageblatt am 22. Mai 1891 eine Anzeige und bat um Kenntnisnahme, dass sie die von ihrem Mann gegründete Eisengießerei und Maschinenfabrik unter der alten Firma und unter Mitwirkung des langjährigen Mitarbeiters Herrn Heinrich Oberländer sowie ihren Söhnen in unveränderter Weise fortführen werde.
Lt. Handelsregisterauszug Fol. 763 ging das Unternehmen am 7. September 1891an die drei Söhne, dem Kaufmann Karl Hermann, dem Techniker Carl Oskar sowie Ingenieur Carl Reinhard Tröger über.

Auszug aus dem Handelsregistereintrag Fol. 763 - Staatsarchiv Chemnitz
Der erwähnte Maschinenbauer und späterer Werkführer Heinrich Oberländer wird in den Plauener Adressbüchern ab 1870 geführt. Er starb nach langem Leiden am 7. September 1892 im 54. Lebensjahr.

Nachruf aus Vogtl. Anzeiger und Tageblatt Nr. 212 vom 11. September 1892
1903 verlor die Eisengießerei und Maschinenfabrik Carl Reinhard Tröger. Er starb während eines Besuches der Mutter und Schwester, die in Karlsbad zur Kur weilten, plötzlich und unerwartet am 6. September im Alter von 36 Jahren an einem Schlaganfall. Carl Reinhard Tröger wurde am 17. Mai 1867 geboren. Er besuchte bis Ostern 1881 die höhere Bürgerschule in Plauen. Sein beruflicher Werdegang konnte der Matrikelliste der TU Chemnitz entnommen werden. So erhielt er eine Ausbildung im väterlichen Unternehmen, erweiterte sein Wissen in der Maschinenfabrik Richard Baumbach in Dessau und diente vom Oktober 1887 bis September 1889 beim Eisenbahn-Regiment in Berlin. Dem schloss sich ein einjähriges Studium an der Königlichen Gewerbschule in Chemnitz an.
Am 17. November 1911 wird im Handelsregisterauszug vermerkt, dass die Firma erloschen ist.
Am 7. November 1914 starb der am 09. März 1866 geborene Kaufmann und Techniker Carl Oskar Tröger. Er gründete nach der Schließung der Eisengießerei und Maschinenfabrik eine Kohlenhandlung, die nach dem Tod von seiner Ehefrau weitergeführt wurde.
Der am 28. Juni 1861 geborene Kaufmann Karl Hermann nahm nach Schließung des väterlichen Unternehmens eine Tätigkeit als Lohnbuchhalter bei der VOMAG auf. Sein Leben endete am 24. November 1928. In einem Nachruf würdigten die Direktion und Beamten der Vogtländischen Maschinenfabrik, abgedruckt im Vogtländischen Anzeiger und Tageblatt am 27. November 1928, seine Verdienste.
Die Witwe und Mutter Auguste Marie Tröger geb. Kettner überlebte ihre drei Söhne und starb am 16. Juni 1930 im hohen Alter von 89 Jahren.
Quellen:
Bürgerbuch der Stadt Plauen, Eintrag Nr. 2280
Kirchenbücher St. Johannis
Adressbücher von Plauen
Plauen 900 - Von den Anfängen bis zur Gegenwart
Auszüge aus Zeitungen Vogtl. Anzeiger und Tageblatt
Staatsarchiv Chemnitz, Handelsregistereintrag Nr. 763
Technische Universität Chemnitz, Universitätsbibliothek - Datenbank Matrikel 1836-1927
Nachruf von der Direktion und Beamten der Vogtländischen Maschinenfabrik für Hermann Tröger vom 27.11.1928.
Plauen, September 2024
© Brigitte Kunze