Grabstätte Familie Wilhelm Mauksch

Kurzbeschreibung der Grabstätte:
 
Die Familie Mauksch ließ einst an der Friedhofsmauer eine Grabplatte in Form eines gedrungenen Kreuzes mit den Lebensdaten der Angehörigen anbringen. Diese Grabplatte löste sich aus der Verbindung, zerbrach und die einzelnen Fragmente lagen über viele Jahre verstreut im Erdreich.

 

Foto: Brigitte Kunze, 2025

Im Rahmen eines Schülerpraktikums befreite man die Grabstätte von Efeu und Unkräutern. Dabei wurden die Fragmente geborgen, gesäubert und nun wieder an der Mauer befestigt. Ein abgebrochenes Teil ging unwiederbringlich verloren.

Als einziger Schmuck wächst auf der Grabstätte eine 2014 gepflanzte Gurken-Magnolie.

Personengeschichtliche Bedeutung:

Ernst Wilhelm Emil Mauksch wurde am 16. Juni 1849 in Spremberg geboren und starb hochbetagt am 16. November 1933 in Plauen.

Am 2. Januar 1878 trat er, nachdem er bei den 13er Jägern am Krieg 1870/71 teilgenommen und seine forstwirtschaftliche Ausbildung vollendet hatte, sein Amt als Verwalter der städtischen Forstanlagen in Plauen an.

41 Jahre stand der spätere Ratsoberförster Mauksch an der Spitze des Forstwesens, sorgte für den Erhalt des städtischen Waldbesitzes, der sich damals in drei große Gebiete gliederte: dem Stadt-, Hospital- und Deutschhauswald, man nannte ihn Stadtwald. Er erweiterte ihn, ließ ihn aufforsten. Er pflanzte neben den Hauptholzarten Fichte und Kiefer auch edle Laubgehölze in Form kleiner Bestände auf geeigneten Standorten. Er erwarb zum Zwecke der Wasserversorgung in der nördlichen und südöstlichen Umgebung der Stadt bewaldete Gebiete. 1902 kamen durch Eingemeindung vom Rittergut Reusa die Waldungen des Reusaer Waldes dazu.

Frühzeitig erkannte er die Bedeutung der Wälder für die Naherholung der Plauener Bevölkerung. Stets war er bemüht, die Stadt und ihre Umgebung zu verschönern, Naturliebe zu wecken und für die Bewohnerschaft Erholungsstätten zu schaffen.

Existierten bis zu seinem Amtsantritt kaum öffentliche Parkanlagen, so entstanden in den Randgebieten der Stadt ab 1884 mehrere Haine und Anlagen. Zu nennen wären:

der Bärenstein, der Bismarck-Hain (heute August-Bebel Hain), Kaiser-Wilhelm-Hain (heute Stadtpark), der Große Tenneraberg, der Preißelpöhl, der Kuntzepark und die Löwensteinanlage, wobei die beiden letztgenannten nicht mehr bestehen.

In Zusammenarbeit mit dem Vogtländischen Touristenverein wurde ein Wegenetz innerhalb des Stadtwaldes weit über die Pfaffenmühle und Teufelskanzel hinaus bis nach Jocketa geschaffen. Ein zweiter Weg führte von der Stadt am Friedhof vorbei längs des Preißelpöhls zur Elster, am Fluss und der Plauen-Gera-Bahn entlang durch den Stadtwaldbezirk „Rosengräben“ ebenfalls bis zur Teufelskanzel und nach Jocketa. Es handelt sich um den heute noch beliebten Elsteruferweg.

Wanderwege im westlichen Teil des Stadtwaldes wurden erschlossen. Sie führen heute noch vom Forsthaus am Fuchsloch durch das Syratal und enden in der Nähe der Poppenmühle.

Als Wirkungsstätte diente das kleine Forsthaus an der Pausaer Straße 137. Dort lebte Wilhelm Mauksch zusammen mit seiner Familie bis zum Eintritt in den Ruhestand 1919. Seinen Lebensabend verbrachte er in Plauen in der damaligen Tischen-dorfstraße 23.

Ihm zu Ehren errichtete die Stadt 1921 im Fuchsloch den heute noch existierenden und imposant gestalteten „Maukschplatz“ auf einer Diabas-Felsengruppe.

 

Foto: Brigitte Kunze, 2024

Wilhelm Mauksch war verheiratet mit Auguste Maria geborene Jordan, geboren am 2. September 1856 in Langenbernsdorf bei Werdau. Zwei Töchter und zwei Söhne gehörten zur Familie.  

Bereits 1912 erwarb Wilhelm Mauksch die Nutzungsrechte für die Erbbegräbnisstätte Nr. 57 a.

Im Alter von 25 Jahren starb die jüngste Tochter Helene.

 

1925 starb die Ehefrau Auguste Marie.

1933 starb Wilhelm Mauksch.

 

Sohn Erich Mauksch lebte als Landesfinanzamtmann in Leipzig-Connewitz und starb im Februar 1928.

Ein amtliches Verzeichnis über Lehrer, Beamte und Studierende der Ludwig-Maximilians-Universität München wies ihn für das Jahr 1903/04 als Jura-Studenten aus.

Die Grabnutzungsrechte wurden 1933 dem Sohn Georg Mauksch übertragen. Er war Kaufmann, wohnte in der Viktoriastraße 28 und wird in den Plauener Adressbüchern als Handelsvertreter geführt. Das viergeschossige Haus Viktoriastraße 28 war Eigentum der Ehefrau Hedwig, geborene Reinhold und stand an der Kreuzung Luisenstraße/Viktoriastraße. Es wurde 1945 bei Bombenangriffen zerstört.

Nach der Bombardierung bezog das Ehepaar eine Wohnung in der Wartburgstraße 5.

Am 8. Oktober 1961 starb Hedwig Mauksch im Alter von 76 Jahren und am 13. Februar 1964 Georg Mauksch im Alter von 84 Jahren.

Die Nutzungsrechte der Grabstätte endeten 1984. Die Zeit brachte es mit sich, dass sie danach verfiel. Die von Wilhelm Mauksch für die Stadt Plauen geschaffenen Werte gerieten in Vergessenheit. Mit der geschichtlichen Aufarbeitung seiner Grabstätte soll nun wieder an ihn erinnert werden. 

 

Quellen:

Wandstellenbuch Friedhof II

Nachruf und Todesanzeigen Vogtländischer Anzeiger und Tageblatt

Historische Adressbücher von Plauen

Sterbeurkunden Stadtarchiv Plauen

Rolf Weber- Die Grünflächen Plauens und ihre Gehölze, Schriftenreihe Vogtlandmuseum Plauen, Heft 54, 1986

Wilhelm Mauksch – Der Stadtwald von Plauen und die Arbeiten des Vogtl. Touristenvereins im Stadtwald,

Plauen 1905

 

Plauen, Mai 2025

 

© Brigitte Kunze