Grabstätte von Ernst Paul Beyer

Ernst Paul Beyer

geboren:  22.01.1871

gestorben: 19.01.1937

Kurzbeschreibung des Grabmals:

 

ein aus Holz gearbeitetes Kreuz in Verbindung mit einer Christusfigur und einer Schutzüberdachung, Die Gestaltung ist angelehnt an die in katholischen Gebieten Deutschlands häufig zu findenden Grabkreuze. Der hinter dem Querschenkel angeordnete Kreis kann als Zeichen des ewigen Lebens gedeutet werden. Die am Längsschenkel  angebrachte Inschrifttafel mit dem Schriftzug "Familie Beyer" wird von Rosen umrankt.

Die Rose gilt als Sinnbild der Liebe.

 

Das Grabmal ist ein Werk der bildenden Kunst und des Kunsthandwerks und trägt  personengeschichtlichen Charakter.

 

Personengeschichtliche Bedeutung:

 

Ernst Paul Beyer stammt aus der katholisch geprägten Oberlausitz, wurde am 22. Januar 1871 in Reichenau bei Zittau geboren. Sein Glaubensbekenntnis war  römisch-katholisch. Er kam 1894 nach Plauen. Im zweiten Jahr seines Aufenthalts heiratete er am 12. Januar 1895 Marie Berger (14. 12. 1870-07.08.1946). Er eröffnete in der Wieprechtstraße seine erste eigene Gärtnerei. Ab 1898 ließ er sich in die Reißiger Straße 90 nieder, erwarb das Grundstück 1822 b gegenüber von Friedhof I und baute sich seine Existenz auf, errichtete eine neue Gärtnerei und fand dort in den Jahren seines Wirkens ein großes Betätigungsfeld.

 

Ernst Paul Beyer erfreute sich allgemeiner Wertschätzung und war im Kreise seiner Kollegen  als tüchtiger Fachmann bekannt.

 

Er starb am 19.01.1937  kurz vor Vollendung seines 66. Lebensjahres. Er hinterließ die Witwe sowie vier Kinder.  Seine Frau Marie starb am 07. August 1946 und fand ebenfalls in dieser Grabstätte ihre letzte Ruhe.

 

Quellen: Vogtländischer Anzeiger und Tageblatt Nr. 17 v. 21. 01. 1937 und Sterbeurkunde

 

Die  im Stadtarchiv Plauen aufbewahrte Baupolizei-Akte zum Grundstück Reißiger Straße 90 gibt Einblick in die Entwicklung des Gärtnerei-Unternehmens:

Im Februar 1898 plante Ernst Paul Beyer auf dem Grundstück 1822 b an der Reißiger Straße den Bau  eines Wohngebäudes mit Gewächshaus.  Der Baupolizeiausschuss lehnte dieses Vorhaben aufgrund der noch nicht ausgebauten Straße ab. Ein weiteres Gesuch brachte Erfolg. Man prüfte die Zeichnungen und erteilte die Genehmigung für den Bau eines Gewächshauses mit integrierter Gehilfenstube sowie einer Verkaufsstelle unter der Bedingung, den Schornstein für die Beheizungsanlage, um Rauch- und Russentwicklungen zu vermeiden, entsprechend hoch errichten zu lassen. Bei Kohlenbefeuerung sollte die Höhe mindestens 6 m betragen, bei Koksbefeuerung hielt man 3 m für ausreichend.

 

Die Akte verrät weiter, dass es 1909 zu einem Dachstuhlbrand des Gewächshauses kam. Der Schaden konnte wieder behoben werden. Aus einem  Firmenschreiben vom 12.08.1934 erfährt man von der Anschaffung eines weiteren Gewächshauses.

 

1937 nach dem Tod von Ernst Paul übernahm Walter Beyer die Gärtnerei. Auch 1950 im letzten Adressbuch, das den Plauenern zur Verfügung steht, wird das Unternehmen in der Reißiger Straße genannt. Während der DDR-Zeit wurden mehrere der Gärtnereien, die entlang der Reißiger Straße lagen, von der Gärtnerischen Produktionsgenossenschaft übernommen. Der genaue Zeitpunkt wurde nicht erforscht. Nach der Wiedervereinigung erfolgte an die Erben die Rückübertragung. Im Jahr  ..?..  erwarb Friedhof I das Grundstück und nutzt jetzt die Fläche als Bau- und Lagerplatz.

 

In den ersten Ehejahren lebte Beyer mit seiner Familie in der Kaiserstraße 79, später in der Forststraße 88.

 

Ab 1905 findet man ihn in den Plauener Adressbüchern unter dem Eintrag Wettinstraße 13. Er wird als Besitzer des mehrgeschossigen Miethauses mit zwei Läden im Parterre geführt. Ein Geschäft nutzt Beyer selbst.  Im zweiten Geschäft wechseln die Mieter. Hier befanden sich u.a. ein fotografisches Atelier, später bis 1945 auch eine Schreibwarenhandlung. Ab 1925 übernahm der Sohn Walter das elterliche Blumengeschäft.

 

Die Wettinstraße verlief von der Bahnhofstraße bis zum Goetheplatz. Das Haus mit der Nr. 13 lag im Kreuzungsbereich Wettin-/Forststraße.

 

Wie viele andere Unternehmer warb auch Beyer mit Inseraten in den Adressbüchern:

 


 

Plauener Adressbuch von 1936


 

Das Wohnhaus Wettinstraße 13 wurde bei den schweren Bombenangriffen auf Plauen 1945 mit zerstört. Leider existiert keine Bauakte vom vorgenannten Gebäude.

 

Quellen:

Sterbeurkunde von Paul Beyer, Adressbücher, Baupolizei-Akte Reißiger Straße 90,

Vogtländischer Anzeiger und Tageblatt

Großes Lexikon der Bestattungs- und Friedhofskultur