Erbbegräbnis Familie Franz Richter (Nr. 3)

 



Grabstätte Familie Franz Richter
(Foto: Untere Denkmalschutzbehörde Stadt Plauen)

Kurzbeschreibung des Grabmals:


Während viele der Familiengrabstätten entlang der Friedhofsmauer von der Grabmalkunst des 19. Jahrhunderts geprägt sind, ist hier der Wandel, der sich im 20. Jahrhundert hinsichtlich Friedhofs- und Grabmalästhetik vollzog, sehr deutlich zu erkennen. Schlicht wirkt die Grabwand aus Theumaer Schiefer, der durch Oxidation eine rötlich-braune Farbe annahm. Es existieren keine ornamentalen Verzierungen, nur das Kreuz als christliches Symbol, die mit der Zeit etwas verblassten goldenen Inschriften und die farblich dunkler abgesetzte Umrahmung aus Theumaer Gestein sprechen für den Stil der Moderne. Es wurde 1931 angelegt und ist ein Werk der bildenden Kunst und des Kunsthandwerkes.


(Textquelle: Brigitte Kunze)



Wohn- und Geschäftsgebäude Hofer Str. 51
(Bildquelle: Stadtarchiv Plauen)

Schnitt und Ansicht Hintergebäude Hofer Str. 51, 1906
(Bildquelle: Stadtarchiv Plauen)


Personengeschichtliche Bedeutung:


Franz Richter (22.04.1863 – 16.07.1943) gründete 1896 eine Böttcherei und Fasshandlung, die sich in der Hofer Straße 51 befand und am Am Unteren Bahnhof 19 ein weiteres Grundstück umfasste. 1931 erwarb die Firma F. Richter & Sohn zusätzlich ein Grundstück in der Güterstraße 9 von der Fa. W. Kern, Zementwarenfabrik (sh. Denkmal Nr. 22).
Das Wohn- und Geschäftsgebäude in der Hofer Str. 51 wurde lt. Bauakte 1937 fassadenseitig erneuert, brannte jedoch im 2. Weltkrieg total aus. Die Familie Richter flüchtete auf das Land nach Juchhöh in Thüringen.



Familienfoto von 1910 - von links: Anna, Willy, Max, Albert, Franz und Helene Richter
(Foto: Jutta Läster, Plauen)

Aufnahme in der Werkstatt (1923), von links: Franz, Willy und Albert Richter (Foto: Jutta Läster, Plauen)

Hofer Str. 51, in der 1930er Jahren
(Foto: Jutta Läster, Plauen)

Mit Bottichen beladener LKW, 1930er Jahre
am Lenkrad: Albert Richter, davor stehend: Franz Richter
(Foto: Jutta Läster, Plauen)

Nach ihrer Rückkehr nach Plauen lebte ein Teil der Familie - Fam. Albert Richter - vorübergehend im Hinterhaus der Hofer Straße 51 in der ehemaligen Werkstatt. 

Ein Antrag zum Wiederaufbau des Vorderhauses vom September 1945 wurde im Oktober 1946 genehmigt.
Der andere Familienteil - Fam. Willy Richter - lebte in einem Behelfsheim, das als aufgestockte Garage auf dem Grundstück in der Güterstraße 9 errichtet und später zum Einfamilienhaus erweitert wurde.
Auch nach dem 2. Weltkrieg wurde der Familienbetrieb mit Firmensitz in der Güterstraße 9 weitergeführt. Zu DDR-Zeiten belieferte die Firma volkseigene Betriebe mit Holzbottichen und Holzbauprodukten und führte Reparaturarbeiten für Brauereien durch. Nach der Wende wurde auf Tischlerarbeiten umgestellt. Die Fa. „Faß-Richter“ wird heute von Eberhart Richter (Enkel von Franz Richter) und seinem Sohn Frank Richter geführt.



Baugenehmigung zur Fassadenerneuerung von 1937
(Bildquelle: Stadtarchiv Plauen)

Aufstellung der Bottichabnehmer von 1939
(Bildquelle: Stadtarchiv Plauen)


Antrag auf Wiederaufbau des Stammhauses Hofer Str. 51 nach dem Krieg
(Bildquelle: Stadtarchiv Plauen)