Grabstätte Elfried Manck (Nr. 25)


(Foto: Untere Denkmalschutzbehörde Stadt Plauen)

Kurzbeschreibung des Grabmals:

Einfacher Grabstein aus Bergener Granit oder Fichtelgebirgsgranit
Grab mit personengeschichtlicher Bedeutung

 

Personengeschichtliche Bedeutung:


Der in Dresden geborene Elfried Manck erlernte in Nordhausen den Beruf des Apothekers und arbeitete als solcher in Frankenhausen, Berlin und Köln. Er kam 1895 ins Vogtland und war in Triebes, Hof, Plauen sowie mehrere Jahre als Leiter der Marktapotheke in Oelsnitz tätig. Er erkannte früh die Bedeutung des Vogtlandes als Fundstätte einer einzigartigen und längst vergangenen Tierwelt und ihren Wert für die Heimatgeschichte. E. Manck zählte zu seiner Zeit zu den bekanntesten deutschen Forschern auf dem Gebiet der Graptolithenkunde. Seine wissenschaftlichen Erkenntnisse erschienen unter anderem in den
„Beiträgen zur Geologie Thüringens“ und in der 1924 in Plauen verlegten Schrift „Die Graptolithen des Vogtlandes und der angrenzenden Gebiete“. Elfried Mancks umfassende Sammlung von Versteinerungen gelangte nach seinem Tod an private Interessenten im Ausland. Manche Stücke gelangten über Umwege zurück in staatlichen Besitz – den größten Teil der Sammlung erwarb die Bergakademie Freiberg und das Naturkundliche Museum „Mauritianum“ in Altenburg. Zu Ehren des Forschers und Sammlers erhielten mehrere Graptolithenarten seinen Namen.
(Textquelle: Ronny Hager, „Berühmte Vogtländer“ Bd. III)

E. Manck wohnte in Plauen in der Merkelstraße 2.


Elfried Manck (1925), 22.07.1869 – 17.12.1936
(Bildquelle: Harry Schneider)


E. Manck 1926

(Bildquelle: Harry Schneider)

E. Manck als Leiter der Marktapotheke in Oelsnitz (V.)
(Bildquelle: Harry Schneider)

Was sind Graptolithen?
Die Graptolithen gehören zu den ältesten marinenkolonialen Organismen der Meere und werden heute als Flügelkiemer (Pterobranchia) zu den Kiemenlochtieren (Hemichordata) gezählt. Sie bauten Gehäuse aus organischem Material, in dem sie lebten und das fossil erhaltungsfähig war. Vor ca. 500-350 Millionen Jahren, zur Zeit des Paläozoikums, waren Graptolithen in den Meeren in vielfältiger Form weitverbreitet. Nach dem Absterben sanken ihre organischen Gehäuse auf den Meeresgrund, wurden im Schlamm eingebettet und im Gestein für die Zukunft als Fossilien erhalten. Nach langer Zeit wurden sie mit diesen Gesteinen an die Erdoberfläche gebracht und durch Verwitterung freigelegt.
Die Erschließungsgebiete dieser Fossilien im Vogtland lagen überwiegend im Bereich von Oelsnitz.
(Textquelle: Dr. Jörg Maletz, Freie Universität Berlin)


E. Manck mit seinem Freund Studienrat Schlosser an einer Grabungsstelle bei Oelsnitz (V.) (1927)
(Bildquelle: Harry Schneider)


Elektronenmikroskopische Aufnahme von „Holoretiolites mancki“, eine nach E. Manck benannte Graptolithenart
(Bildquelle: Dr. Jörg Maletz)


Rastrites perfectus, Fundstück von E. Manck bei Oelsnitz (V.)
(Bildquelle: TU Freiberg)