

Kurzbeschreibung des Grabmals
Wandstellengrab mit Grabstein aus schwarzem schwedischem Granit und Grabstein aus schlesischem Marmor
Personengeschichtliche Bedeutung
Julius William Fischer wurde am 08.02.1846 in Falkenstein geboren und war der älteste eheliche Sohn des Arztes Dr. med. Christian Gottfried Fischer und seiner Ehefrau, Friederike Margaretha Antonie, geb. Lindauer, aus Grün bei Adorf. Der Vater starb 44-jährig an Typhus als Opfer seines Berufes. In früher Jugend wurde daher William Fischer in ein verwandtes geistliches Haus nach Adorf gebracht und auf das Gymnasium vorbereitet, das er von 1859 bis 1865 in Plauen besuchte. Er studierte danach in Leipzig Philologie und Geschichte und promovierte 1869.
Nachdem er eine Zeitlang als Erzieher im Hause eines mecklenburgischen Generals tätig war, legte er im August 1871 die Staatsprüfung ab. Sein Probejahr absolvierte er von Michaelis 1871 ab am Fitzthumschen Gymnasium in Dresden, wo er dann als zweiter Lehrer für Geschichte und Geografie angestellt wurde. Ostern 1874 wechselte er als Oberlehrer nach Plauen. 1893 wurde er zum Professor und 1902 zum Konrektor ernannt. 1906 verlieh man ihm in Anerkennung seiner Verdienste das Ritterkreuz 1. Klasse des Königlich Sächsischen Albrechtsordens.

Quelle: Sächsische Schulstatistik 20. Ausgabe 1906
Neben seiner Tätigkeit als Pädagoge war er eine anerkannte Autorität auf dem Gebiet der byzantinischen Geschichte. Er beschäftigte sich mit der Lokalgeschichte Plauens und speziell der Geschichte des Gymnasiums. Davon zeugen Veröffentlichungen in den Schriften des Plauener Altertumsvereins und viele Artikel in den damaligen Plauener Tageszeitungen.

Geschichte des Plauener Gymnasiums von William Fischer
Bildquelle: Vogtland-Bibliothek

Aufsätze zur byzantinischen Geschichte v. 1883
Bildquelle: https://www.google.de/books/edition/Studien_zur_byzantinischen_Geschichte_de/3J4BAAAAQAAJ?hl=de&gbpv=1&dq=inauthor:%22William+Fischer+(professor+at+Plauen+i.+V.)%22&printsec=frontcover
Am Grab hielt Rektor Prof. Dr. Zeller die Trauerrede und erwähnte unter anderen folgende Worte: "Auf das Engste war der Verstorbene mit unserer Schule verwachsen. Sechs Jahre hat er ihr als Lernender angehört.
Nur neun Jahre später, nachdem er sie ehrenvoll verlassen, wurde er durch das Vertrauen der obersten Schulbehörde berufen, an dieser seiner eignen alma mater als Lehrender und zwar besonders im Fach Geschichte tätig zu sein."
Julius William Fischer heiratete am 21. September 1878 Ida Eugenie Stauß. Er hinterließ Frau, zwei Söhne, eine Tochter, seine hoch betagte Mutter und Schwester.
Quellen:
Wandstellenbuch Friedhof II
Kirchenbücher St. Johannis Plauen
VAT Nr. 263 v. 13. Nov. 1906
Sonderdruck "Geschichte des Königlichen Gymnasiums"
Wissenschaftliche Beilage zum Jahresbericht des Königlichen Gym. zu Plauen 1906
Plauen, April 2025
© Brigitte Kunze