Grabstätte Familie Carl Traugott Günther

 

Kurzbeschreibung des Grabmals:

Der Einsatz von Muschelkalk und die symmetrische Gestaltung des Grabmals sprechen für ein Werk der Reformkunst Anfang des 20. Jahrhunderts. Prof. Fritz Schumacher als führender Vertreter der Reformarchitektur schuf im September 1911 den Entwurf. Die fachgerechte Herstellung der Grabstätte übernahmen die Friedhofswerkstätten August Stößlein mit damaligem Sitz in Plauen. 

Text: Brigitte Kunze

Personengeschichtliche Bedeutung

Hier ruhen Carl Traugott Günther (geboren 25.11.1849 in Greiz, gestorben 17.06.1920 in Karlsbad) und seine (zweite) Ehefrau Auguste Amalie geb. Würker (geboren 07.01.1849 in Zwickau, gestorben 11.02.1911 in Plauen). Carl Traugott Günther baute die 1847 von seinem Vater in Greiz gegründete Weberei sowohl in Greiz als auch in Pausa zur mechanischen Kammgarnweberei erheblich aus und verbrachte seinen Lebensabend in Jocketa. Seine Frau verstarb in der Privatklinik von Dr. med. Walter Schubert (Facharzt für Chirurgie) am Dittrichplatz 13 in Plauen. Ihr Sohn Carl Werner Günther führte das Unternehmen in Pausa und in Streitau/Oberfranken fort und wurde dafür im Jahre 1926 durch die Bayerische Staatsregierung zum Kommerzienrat ernannt.

Text: Harald Sandner (Coburg)

 

Einige Fotos zur Firmengeschichte Carl Traugott Günthers

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Carl Traugott Günther (1899)

(Bildquelle: Harald Sandner Coburg)

Greiz, Carolinenstraße 63, Villa Familie Günther, Baujahr 1878

 

Greiz, Carolinenstraße 63, Villa Familie Günther, Baujahr 1878

Foto: die frühere Firma Carl Günther & Co., Pausa, Grüne Wiese 1

 

 

Streitau (heute Gefrees), Hauptsitz Firma Carl Günther Söhne (1908)

 

Die Grabstätte des Sohnes Carl Werner Günther befindet sich auf dem Neuen Friedhof in Greiz. Die Skulptur „Die Trauernde“ schuf der Bildhauer Hans Dammann (geb. 1867 – gest. 1942).

 

Weitere Hinweise zur Grabstätte Familie Carl Traugott Günther:

 

Die Gesteinsbestimmung für dieses Grabmal übernahm Steinmetzmeister Hans Schneider.

Er führte bereits in den 1990er Jahren hier eine Sanierung durch.  Aufgrund der üppig ausgeprägten Efeuwurzeln war die Stabilität der Grabstätte nicht mehr gewährleistet.

 

Nur von wenigen auf Friedhof II entlang der Friedhofsmauern befindlichen Familiengrabstätten existieren Zeichnungen, die Hinweise auf den Steinmetz oder Bildhauer geben können. Umso glücklicher können wir uns schätzen, dass von diesem Grabmal ein Entwurf, genehmigt am 7. September 1911 und abgeheftet in einer Akte des Gesamtkirchenvorstandes zu Plauen, erhalten blieb.

 

Prof. Fritz Schumacher lieferte den Entwurf und die Firma Friedhofswerkstätten August Stößlein sorgte damals für die fachgerechte Ausführung.

 

 

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Fritz_Schumacher

Fritz Schumacher (geb. 4.11.1869 – gest. 5.11.1947) war ein deutscher Architekt, Stadtplaner, Baubeamter und Hochschullehrer, der von 1909 bis 1933 als Oberbaudirektor in Hamburg wirkte. Zuvor übte er von 1896 – 1901 eine Tätigkeit in Leipzig aus und ab 1901 – 1908 wurde er als Professor an die Technische Hochschule Dresden berufen.

Stellvertretend für sein umfangreiches Schaffen sollen hier zwei bedeutende Bauwerke erwähnt werden:

 

Das Krematorium des Urnenhains Dresden-Tolkewitz

 

 Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Urnenhain_Tolkewitz

 

Das Krematorium in Hamburg auf dem Ohlsdorfer Friedhof.

 

 Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Neues_Krematorium_(Hamburg-Ohlsdorf)

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Werken_Fritz_Schumachers

 

Brigitte Kunze

Plauen, 05. Mai 2021