Familiengrabstätte Familie Hartwig/Fleischer

 

Kurzbeschreibung des Grabmals:

Die Grabstätte ist eine Fertigung des Steinmetzunternehmens C. Thust, Gnadenfrei, Schlesien und steht als Werk der bildenden Kunst und des Kunsthandwerks unter Denkmalschutz.

 

Personengeschichtliche Bedeutung:

 

Die aus Kellinghusen in Holstein stammende Familie Fleischer gründete 1863 die erste mechanische Weberei in Plauen, Am Mühlgraben 11. 1874 starb der Gründer Friedrich Martin Fleischer  im Alter von 53 Jahren und Jacob Fleischer (1812-1895) übernahm das Unternehmen, in das später auch Johannes Christian Fleischer,  geboren in Mühlenbarbeck bei Kellinghusen, mit eintrat. Er heiratete am 27. April l886 die in Langenbielau, Schlesien, geborene Frau Auguste Margarethe Ottilie Helene geb. Wolff.

 

Am 23. April 1904 starb Johannes Fleischer, 44-jährig. Das Unternehmen wurde vermutlich 1906/1907 in eine GmbH umgewandelt. Man nannte sich nun Mechanische Weberei J. Fleischer GmbH, Mühlgraben 11. Die Hausnummer wurde später auf „5“ abgeändert.

 

Ein weiteres Werk existierte in der vogtländischen Nachbarstadt Treuen, Hartmannsgrüner Straße 3. Dort ließ das Unternehmen auch Werkswohnungen errichten.

 

1909 heiratete Elsabe Fleischer Franz Hartwig und 1911 Helene Margarethe Fleischer Paul Hartwig. Die beiden Brüder waren Söhne des Landgerichtsdirektors Dr. Daniel Friedrich Otto Hartwig wohnhaft in Danzig. Franz Hartwig diente im 10. Kgl. Sächs. Infanterie-Regiment und fiel am 10.10.1915 bei Givenchy en Gohelle. Seine Tochter Eva Franziska wurde am 28. Januar 1916 geboren. Es war ihm nicht vergönnt, sein Kind kennenzulernen.

 

Im letzten für Plauen herausgegebenen Adressbuch 1950 werden beide Schwestern Helene Margarethe und Elsabe als Geschäftsführerinnen geführt.

 

 

Quellen: Kirchenbücher St. Johannis

Historische Adressbücher von Plauen und Treuen

Personenstandsdaten vom Stadtarchiv Plauen

 

 

Quelle: Deutschlands Städtebau Plauen i. Vogtl. DARI Dt. Architektur- und Industrie-Verlag Berlin Halensee 1926