Familiengrabstätte Fedor Schnorr

Foto: Friedhof I

Kurzbeschreibung des Grabmals:

Familiengrab im neoklassizistischen Stil, Grabeinfassung aus profilierten Sandsteinquadern, Schmuckzaun aus schmiedeeisernen Elementen tragend;
Petrographie: Sandstein Typ Cotta

Verfärbungen und Zerfall des Gesteins lassen nur noch schematisch die Inschriften auf den einzelnen Wandtafeln erkennen. Auch der mittlere im neoklassizistischen Stil gehaltene Teil wirkt stark verwittert und verrät nichts mehr von seiner ursprünglichen Gestaltung.

 Die Grabstätte, als Denkmal erfasst, trägt personengeschichtlichen Charakter.

Fedor Schnorr (10.05.1817 – 19.01.1896), in Schneeberg geboren, kam 1844 nach Plauen. Über seine Ausbildung und Tätigkeiten Anfang der 1840er Jahre ist nichts bekannt. Er erwarb im April 1844 das Bürgerrecht und heiratete 1845 Hedwig Steinhäuser, eine Tochter des Advokaten und Gerichtsdirektors Dr. Johann Adolph Steinhäuser.  Zusammen mit seinem Schwager Gustav Steinhäuser gründete er 1847 das Stickereigeschäft Schnorr & Steinhäuser.

Fedor Schnorr gilt als Begründer der mechanischen Stickerei im sächsischen Vogtland. Seine Fabrik befand sich in der Hofwiesenstraße. Nach Fedor Schnorr wurde in Plauen eine Straße benannt.

Das Familiengrab mit den Nr. 54 und 55 erwarb Fedor Schnorr 1875 nach dem Tod seiner Ehefrau Hedwig Schnorr (12.12.1819-04.09.1875).

Mit in der Grabstätte ruhen

die Ehefrau von Fedor Schnorr, Hedwig (12.12.1819-04.09.1875), Generalmajor Karl Nicolaus Leimbach (geb. 1854 in Kassel, gest. am 30. Juni 1921), Kommandeur des 134. Infanterieregiments, das ab 1. Oktober 1903 in Plauen stationiert war, seine Ehefrau Hedwig Charlotte geb. Schnorr (gest. 21. Okt. 1921) sowie zwei gefallene Söhne der Familie Leimbach.

Lt. Wandstellenbuch befanden sich links unter der Nr. 54 die Ruhestätten für die Familie Leimbach. Die rechte Grabhälfte mit der Nr. 55 war für Fedor Schnorr und seiner Frau Hedwig vorbehalten.

Karl Nicolaus Leimbach (geb. 1854 in Kassel, gest. 30. Juni 1921) schlug seit seinem 18. Lebensjahr die Offizierslaufbahn ein. Im März 1903 übernahm er als Oberst das Kommando des damals noch in Leipzig garnisonständigen 134-er Infanterie-Regiments, das ab 1. Oktober 1903 in Plauen stationiert war.

In diesem Zusammenhang sei das am 18.08.1922 geweihte und nach dem Zweiten Weltkrieg zerstörte 134-er Ehrenmal am Stadtparkring erwähnt, das im Jahr 2005 als Mahnmal wieder aufgebaut wurde.

Zwei Söhne von Karl Nicolaus Leimbach verloren im Ersten Weltkrieg ihr Leben. Ein weiterer Sohn fiel 1919 bei Kämpfen in Chemnitz.

(C) Brigitte Kunze

Plauen 2018