Grabstätte Carl August Vogel

 

 

Kurzbeschreibung des Grabmals:

 

Das Grabmal aus Schwarz-Schwedisch und einer Einfassung aus Naturstein (Granit) wurde nach dem Tod von Carl August Vogel am 21.07.1910 angelegt. Die Genehmigung vom Friedhofsausschuss erfolgte am 05.05.1911.  Die Ausführung übernahm Steinmetzmeister Hermann Schmeißer.

Petrographie: Mikrogabbro; Granit?

 

Es ist ein Werk der bildenden Kunst und des Kunsthandwerks und trägt personengeschichtlichen Charakter.

 

Quelle der Zeichnung: Akte Grabzeichnungen von 1909 - 1913   

 

Personengeschichtliche Bedeutung:

 

Carl August Vogel das zweite Kind von Carl August und Henriette Caroline geb. Hilpert, am 19. Oktober 1844 geboren, wurde Maurer, entwickelte sich zum Baumeister und war Besitzer einer Ziegelei in Kleinfriesen. Vermutlich legte ihm sein leiblicher Onkel sowie Pate Baumeister Wilhelm Traugott Vogel (20.12.1813-09.08.1874), siehe Denkmal-Grabstätte 7, die Begeisterung für das Maurerhandwerk mit in die Wiege.

 

Das Doppelgrab wurde bereits für den am 14. März 1881 im Alter von 72 Jahren verstorbenen Vater, den Stellmachermeister Carl August Vogel, gelöst. Bis zu seinem Tod lebte er in der Königstraße 7. In den Adressbüchern wird er auch als Restaurateur und Bierbrauer geführt und betrieb dort eine Gastwirtschaft. Die Königstraße trägt seit 1946 den Namen Nobelstraße und im besagten Haus Nr. 7 befindet sich heute die Erich-Ohser-Ausstellung.

 

 

 Der am 19. Oktober 1844 geborene Carl August heiratete am 30. Oktober 1876 Martha Marie Donner, geboren am 13. März 1856. Aus dieser Ehe stammen die beiden Töchter Cläre und Helene.

 

Wie bereits erwähnt, besaß Carl August in Kleinfriesen eine Ziegelei. Sie befand sich an der heutigen Falkensteiner Straße 30. Leider ist aus den Bauakten nicht genau zu erfahren, ab wann Vogel dort sein Unternehmen betrieb.

Der Ausschnitt einer  Landkarte über das gesamte Gebiet lässt den Standort der Ziegelei erkennen. Auf einer Postkarte entdeckt man den  Schornstein des Ziegelofens. Aus dem Buch "Plauen und das mittlere Vogtland" erfährt man, dass Kleinfriesen mit dem Bau der Falkensteiner Straße 1895 eine bessere Verkehrsanbindung erhielt.

1903 kam es zur Eingemeindung von Kleinfriesen und Sorga nach Plauen. Nun wird der Stadtteil Kleinfriesen ab 1905/1906 auch mit im Plauener Adressbuch geführt und man bekommt einen besseren Überblick zum Unternehmen Vogel.  

 

 

Nach dem Tod Vogels wird die Ziegelei ab 1913 von einem Ziegelfabrikanten  mit dem Namen End geführt. Ab 1918 bis 1945 sind die Erben Vogels, das sind die beiden Töchter Cläre und Helene sowie Josef Kraus, ein Ziegelmeister im Anwesen Falkensteiner Straße 30 eingetragen. 1950 geht aus dem Adressbuch hervor, dass sich dort das Baugeschäft und Sägewerk A. Hegner befindet. Wie lange und in welchem Umfang in der Ziegelei produziert wurde, konnte zum jetzigen Zeitpunkt nicht in Erfahrung gebracht werden. Die Eigentümer wechselten während der DDR-Zeit und auch nach 1990. Seit einigen Jahren befindet sich dort die Firma SaFeg-Spezialbau GmbH.

 

Carl August Vogel war aber auch Besitzer eines Hauses in der Plauener Innenstadt.

 

Am 8. Juli 1887 übergab Carl August Vogel dem Bauamt einen Grundriss und äußerte, dass er eine  Baustelle vom Architekten Thiele käuflich erworben hat und in der damaligen Erholungsstraße 6 ein  Wohnhaus errichten möchte. Nach Fertigstellung lebte er bis zu seinem Tod in diesem Haus. Das Gebäude wurde den Erben überschrieben. Im Jahr 1900 nannte man die Erholungsstraße in Theaterstraße um. 1901 erfolgte eine Neuordnung der Hausnummern. Das Haus erhielt die Nummer 18. Bei einem Bombenangriff  wurde das Wohnhaus stark beschädigt und war ab dem 1. 9. 1945 teilweise wieder bewohnbar. Ab 1946 erfolgte ein weiterer Ausbau. Zu diesem Zeitpunkt war es noch im Familienbesitz. Erst während der DDR-Zeit wechselte der Besitzer. Nach der Wende verfiel das Gebäude, so dass es 2012 abgerissen werden musste.

 

Quellen:

Vogtländischer Anzeiger und Tageblatt

Kirchenbücher

Historische Plauener Adressbücher

Grabbuch Friedhof I

Bauakten des Stadtarchivs,

Hinweise und Bildmaterial zu Kleinfriesen von Frau Dr. Gabriele Buchner, Vogtland-Museum