Kriegerdenkmal 1. Weltkrieg

 

Beschreibung des Ehrenmals:

 

Im März 1917 beschlossen die vereinigten Kirchenvorstände Plauens auf dem Friedhof I in der nordöstlich gelegenen schon mit Kriegsgräbern belegten Abteilung C ein Ehrenmal für die gefallenen Soldaten nach einem Entwurf des damaligen Stadtbaurats Wilhelm Goette zu errichten. Die Ausführung wurde der heimischen Baufirma Oskar Keßler und der Kaisersteinbruch-Gesellschaft mbH in Köln übertragen.

Kriegerdenkmal 1. Weltkrieg

 

Beschreibung des Ehrenmals:

 

Im März 1917 beschlossen die vereinigten Kirchenvorstände Plauens auf dem Friedhof I in der nordöstlich gelegenen schon mit Kriegsgräbern belegten Abteilung C ein Ehrenmal für die gefallenen Soldaten nach einem Entwurf des damaligen Stadtbaurats Wilhelm Goette zu errichten. Die Ausführung wurde der heimischen Baufirma Oskar Keßler und der Kaisersteinbruch-Gesellschaft mbH in Köln übertragen.

 

Das Denkmal, aus fränkischem Muschelkalkstein hergestellt, ist 3,50 m hoch und zeigt im ganzen die Form eines Sarkophags, der von einem antiken Helm (griechischer Raupenhelm) gekrönt wird. Der untere Teil, mit schweren kapitellosen Randsäulen verziert, enthält in der Mitte ein großes Kreuz in der Form eines Eisernen Kreuzes, der obere Teil zeigt zwischen Eichengehängen die Inschrift:

"Der Tod ist verschlungen in den Sieg. 1. Kor. 15,55". Darüber liegt ein in ionische Schnecken auslaufendes Gesims, das als Unterlage für den schweren, darauf liegenden Helm der homerischen Helden dient. Anschließend an das Ehrenmal wurde eine Hainbuchenhecke als Abgrenzung zu anderen Grabstellen gepflanzt.

 

Petrographie: fossilführender Kalkstein (Quaderkalk)

 

 

Quelle: Stadtarchiv, Verwaltungsbericht der Stadt Plauen, 1914-1923, Band II

 

1998 als Denkmal klassifiziert ist es ein Werk von ereignisbezogener gesellschaftlich kulturgeschichtlicher Bedeutung.

 

 

Bereits 1916 fanden 52 Gefallene hier im Ehrenhain ihre letzte Ruhe. Der Vogtländische Anzeiger und Tageblatt teilt in seiner Ausgabe Nr. 127, Seite 5 vom 3. Juni 1916 dazu  folgendes mit:

"Die Kriegergräber auf Friedhof I nunmehr die dritte Reihe des Ehrenplatzes bildend und an den bitteren Ernst des jetzigen schweren Krieges mahnend, zeigen sich sorgsam gepflegt in grünem Blätter- und Blumenschmuck. Die 52 Grabhügel der hier in heimatlicher Erde nebeneinander ruhenden deutschen Krieger zieren neben Pflanzenschmuck Gedenktafeln in Form des Eisernen Kreuzes soweit nicht von den Angehörigen besondere Grabmäler errichtet worden sind. Eine Anzahl gefallener hiesiger Kriegsteilnehmer ist noch in Familiengrabstätten oder anderen Grabstellen beigesetzt."

 

Eine Fotografie, entnommen dem Vogtändischen Anzeiger aus dem Jahr 1934, zeigt die angelegten Grabstätten vor dem Ehrenmal.

 

Eine zweite Kriegsgräberanlage  befindet sich längs der Chamissostraße Ecke Jößnitzer Str. im Feld S. Auf Friedhof I entstanden insgesamt 296 Kriegsgräber. 

3871 Gefallene und 219 Opfer der am 19. Juli 1918 beim Brand in der Kartuschieranstalt Verunglückten hatte die Stadt Plauen im ersten Weltkrieg von 1914 - 1918 zu beklagen. Sie alle sind in einem Opferbuch, das in den Jahren 1926-1931 angelegt wurde, registriert. Die Angaben über die Verluste stammen aus den Anzeigen über die Kriegersterbefälle beim Plauener Standesamt, aus den Akten des Amtsgerichts über die im Aufgebotsverfahren für tot erklärte Krieger, aus den Anzeigen der Pfarrämter und aus den Todesanzeigen der Plauener Zeitungen. Die Feststellungen wurden 1928 zur Einsichtnahme der Hinterbliebenen ausgelegt und auf deren Wunsch ergänzt. Das Opferbuch wird im Stadtarchiv Plauen aufbewahrt.

 

Wissenswertes über Wilhelm Goette

 

Quelle: Stadtarchiv Plauen

 

Auszug aus "Berühmte Vogtländer" - Band III

Wilhelm Goette

geb. 23. Februar 1873 in Straßburg

gest. 2. Oktober 1927 in Garmisch-Partenkirchen

 

"Nach dem Besuch der Gymnasien in seiner Heimatstadt und in Rostock studierte er an den Technischen Hochschulen in München und Charlottenburg. 1898 legte er die 1. Hauptprüfung im Hochschulfach ab und sammelte anschließend als Regierungsbauführer auf Berliner Großbaustellen erste praktische Erfahrungen. 1901 folgte die 2. Hauptprüfung. 1904 war er Garnisonsinspektor in Kassel, danach Stadtbaurat in Gotha. 1910 folgte er dem Ruf in das Plauener Stadtbauamt und wurde 1915 als Stadtbaurat auf Lebenszeit gewählt. Dem Stadtbaurat Goette verdankt die Stadt Plauen bedeutende und markante Bauwerke, zum Beispiel das Krematorium auf dem Hauptfriedhof, die Diesterweg- und die Rückertschule, das Hallenbad in der Hofer Straße, die Sparkasse, die Feuerwache und die städtische Freibadanlage. Sein größtes Werk aber war der Bau des neuen Rathauses, zu dem 1913 die Grundsteinlegung erfolgte.  [...] Goette schuf die Entwürfe für das Ehrenmal auf Friedhof I und das Grabmal auf dem Hauptfriedhof für die Opfer der Plauener Explosionskatastrophe von 1818. [...]

Stadtbaurat Goette war ein geselliger Mensch. Er hatte eine schöne Gesangsstimme, war ein trefflicher Redner und leidenschaftlicher Fotograf.

Bei einer Inspektionsreise in Bayern, um ein für Plauen nutzbares Kläranlagensystem ausfindig zu machen, riß ihn ein Herzinfarkt mitten aus dem Leben."

Textquelle: Dr. Heinz Zehmisch, Plauen