Grabstätte Familie Hösel

 

Kurzbeschreibung des Grabmals:

 

Kubisches Sockelwerk mit an stilisiertem Kreuz gerichtetem Jesus mit über Kopf angeschlagenen Händen; Travertin.

 

Die eigentliche Grabstätte der Familie Hösel befand sich auf Friedhof II in der Abteilung G.

 

Personengeschichtliche Bedeutung:

 

Ernst Linus Hösel wurde am 9. April 1858 in Zschopau im Erzgebirge geboren. Er war Sohn des Bäckermeisters Christian Friedrich Hösel in Zschopau. In Plauen  bewirtschaftete Ernst Linus die obere Stadtmühle, Mühlstraße 1, bekannt auch unter der Bezeichnung "Götzenmühle". Die 1878 in den Besitz der Stadt Plauen übergegangene Mühle wurde an die Firma Franz Albin Holey verpachtet. Nach dem Tod von Franz Albin Holey 1892 trat Ernst Linus Hösel am 1. Oktober 1892 in den Pachtvertrag ein. Am 22.10.1908 starb er im Alter von 50 Jahren. Er hinterließ die Ehefrau, fünf Söhne und eine Tochter. Die Witwe Hösels, Alma, sowie ihre Söhne erhielten noch bis zum 30. Juni 1916 das Pachtrecht. Alma Hösel starb am 13. April 1937 im Alter von 72 Jahren.   

 

Quelle: Kirchenbuch, Adressbücher und Sterbeurkunden

 Auszug aus Heft 60 "Ein Gang durch Alt-Plauen", 1993, Seite 21 und 22, Vogtlandmuseum Plauen

 

"Von der ehemaligen oberen Stadtmühle, die 1939 abbrannte, steht dort nur der viereckige wie ein blockiger Turm wirkende Gebäudeteil, der erst in neuerer Zeit auf die alte Mühle aufgesetzt worden war. Die Anlage der Mühle ist gewiss irgendwie mit dem Ebersteinschen Schloss in Verbindung zu bringen. Aus der naturbedingten Lage und aus der urkundlichen Überlieferung kann der Schluss gezogen werden, ihre Entstehung früher als die der unteren Mühle an der Alten Elsterbrücke anzusetzen. Urkundlich erscheint sie im Amtsrechnungsbuch von 1438/39 zusammen mit der unteren Mühle im Besitz der Landesherrschaft. Diese verpachtete beide Mühlen (seit 1578) an den Rat der Stadt). 1602 schenkte kurfürstliche Laune die Mühlen einem Günstling, dem Küchenmeister Sebastian Metzsch. Dieser veräußerte sie 1606 an den Rat, der sie in der Notzeit des Dreißigjährigen Krieges 1635 verkaufte. 1878 ging sie wieder in städtischen Besitz über.

Der zuweilen verwendete Name Götzenmühle rührt von einer alten geschnitzten Holzfigur her, die in einer Nische der Mühle stand. Die sicherlich von Wind und Wetter gezeichnete Figur eines Schutzheiligen wurde später als Götzenbild gedeutet. "

Foto Brigitte Kunze

 

 VAT 23. Okt. 1908

 

Plauener Adressbuch 1896/1897