Grabstätte von Gustav Heinrich Leonhard Heubner

 

Kurzbeschreibung der Grabstätte:

Marmorquader auf Sockel mit profilierter Abdeckung, darauf Schrifttafel aus wohl schlesischem Marmor, früherer, obenauf sitzender Obelisk fehlt

Petrographie: mittelkristalliner Marmor, Sandstein

 

Personengeschichtliche Bedeutung:

 

Bildquelle: Stadtarchiv Plauen

Gustav Heinrich Leonhard Heubner, wurde am  10.09.1814 in Plauen als 7. Kind des Advokaten, Bürgermeisters und Gerichtsdirektors Johann Leonhard (1768-1838) geboren.

 

Sein Bruder Otto Leonhard  Heubner (17.01.1812-01.04.1893) war Jurist, Politiker, Dichter und Gründer der "Sächsischen Turnerbewegung", nach dem in Plauen eine Straße benannt wurde.

 

Gustav Heinrich Leonhard besuchte ab 1827 die Fürstenschule zu Grimma und studierte von 1833 bis 1836 in Leipzig Theologie. Danach wirkte er als Lehrer am Grundmannschen Knabeninstitut in Kloschwitz bei Plauen. Am 18. April 1841 heiratete er Laura Haßler. Sie war die jüngste Tochter des in Plauen bei der Böhlerschen Bleich- und Appretur-Anstalt als Couleurmeisters, Kaufmanns und Buchhalters tätigen Johann Friedrich Haßler.

 

Gustav Heinrich nahm eine Tätigkeit als Diakon in Döbeln an. Am 27. Februar 1842 kam dort der erste Sohn Reinhold Leonhard zur Welt. 1845 wurde Gustav L. H. als Archidiakon an die Kirche St. Marien in Zwickau berufen. In Zwickau erblickten auch seine weiteren Kinder Oswald Leonhard am 28. August 1845, Anna am 30. November 1846 und Martin Leonhard am 21. August 1849 das Licht der Welt.

 

Als junger Bürger nahm er in Zwickau am gesellschaftlichen Leben teil, wurde in das Stadtverordnetenkollegium gewählt. Wie sein Bruder Otto beteiligte er sich an den Maiaufständen 1849. Das brachte ihm die Amtsenthebung in Zwickau. Genau nachlesen kann man dies in einem Artikel des Altertumsvereins Zwickau, den ich mit beifüge. Er verbüßte eine eineinhalbjährige Haftstrafe im damaligen Landesgefängnis Hubertusburg. Nach seiner Freilassung trat er in Plauen als Buchhalter in die Firma seines Schwagers Carl Christian Böhlers "Friedrich Ludwig Böhler & Sohn" ein. Gustav Heinrich übte diese Täter bis zu seinem Lebensende aus. Der Stadt Plauen widmete er seine Dienste als langjähriges Mitglied des Stadtverordnetenkollegiums.

In der Zeit der Haft schrieb Heubner den

Speisezettel

Kost II. Classe vom 15. - 21. Juni 1851 (an Dr. Herz)

 

Die künftige Woche gibt es zu essen

die folgenden feinen Delicatessen:

Der Sonntag mit Fadennudeln beginnt,

dazu ein gekochtes Stück Fleisch vom Rind.

Ein Kraftmehlsüppchen so mild und labend

Erquickt Dich an diesem selbigen Abend. -

Am Montag sind Linsen dir aufgetischt,

des Abends Suppe mit Grünem vermischt. -

Am Dienstag begnüg Dich mit polnischem Griese

des Abends die Gräupchensuppe genieße!

Schweinefleisch mit Kartoffelstücken

und Reisbrei wird Dich Mittwoch beglücken.

Der Donnerstag bringt weiße Bohnen Dir

und Abends ein auszulöffelndes Bier.

Ob warm oder kalt, weiß Niemand noch heut,

das richtet sich nach Reaumur und Fahrenheit.

Der Freitag freue Dich, daß Dus erfuhrst,

bringt Heidegrütze und Leberwurst

und zwiebelgewürzten Kartoffelsalat

beschloß für den Abend der Küchenrath.

Am Sonnabend koch Dir nur immer ein Ei,

Zum Klümpchen durchschimmernden mehligen Brei,

der fälschlich im sächsischen Niederland

Per euphemismus wird "Milchmus" genannt.

Griessuppe beschließt zum Ende die Reihe,

Dir möge die tägliche Mahlzeit gedeihe!

 

14. Juni 1851 Hubertusburg

 

In Freimaurerkreisen genoss er hohe Verehrung. Er war von 1865 - 1877 Logenmeister der Freimaurerloge Pyramide in Plauen. Gustav starb am 19.11.1877. Ihm zu Ehren wurde am 23. Juni 1878 dieses Grabdenkmal gesetzt.